Hoyerswerda, den 27. Juli 2026. Im Zoo Hoyerswerda gibt es gleich vielfachen gefiederten Nachwuchs. Die Mandschurenkraniche, Sunda-Orienthornvogel und Schneeeulen haben Jungtiere. Ein wichtiger Zuchterfolg für die Arterhaltung, denn alle Arten sind bedroht.
Das älteste unter den Küken ist der Sund-Orienthornvogel-Nachwuchs. Es ist bereits am 20. Mai geschlüpft, aber zeigt sich erst jetzt in der Voliere. Schon im April haben die beiden Altvögel fleißig an der Bruthöhle gebaut und seit Mitte April, war das Weibchen für die Besuchenden nicht mehr zu sehen. Denn bei Hornvögeln mauert das Männchen seine Frau und die Eier zum Schutz vor Fressfeinden in die Nisthöhle ein. Nur einen kleinen Spalt lässt er vom Eingang der Höhle frei, so dass er das Weibchen und später auch die Küken mit Futter versorgen kann. Ab dann ist seine Frau mehrere Wochen voll und ganz von seiner Versorgung abhängig. Während das Männchen sich die letzten Wochen um ihr leibliches Wohl gekümmert hat, konnten aufmerksame Besuchende in der letzten Zeit schon hin und wieder hören, wie das Küken im Nest laut zwitschernd nach Futter verlangt hat. Davon scheint es ausreichend bekommen zu haben. Am vergangenen Wochenende hat die Hornvogelmutter die Lehmmauer am Nesteingang aufgebrochen und Jungtier mit Mutter habe die Nisthöhle verlassen. Das Küken hat sich großartig entwickelt und ist schon so groß wie seine Eltern. Zu erkennen ist es am blassen Schnabel, der seine typische Färbung erst allmählich erhalten wird. Seit 2007 lebt das Paar im Zoo Hoyerswerda. Im Jahr 2011 hatte es erstmalig mit der Nachzucht geklappt und im Jahr 2013 das zweite Mal.
Noch keine 30 Tage alt sind hingegen die Küken der Schneeeulen und des Mandschurenkranich Paares. Dieses schlüpfte am 5. Juli und die beiden Küken des Schneeeulen Paares Hedwig und Harry am 3. Juli. Für die Schneeeulen ist es der erste Nachwuchs als Paar überhaupt und im Zoo Hoyerswerda nach elf Jahren der erste in der neuen Schneeeulen-Voliere. Als Bodenbrüter suchen sie sich eigentlich geschützte Nester zwischen Sträuchern oder größeren Steinen auf dem Boden, aber Hedwig und Harry befanden ein Platz auf dem Stallgebäude für die beste Option. Das wohl am schnellsten wachsende Küken ist das der Mandschurenkraniche. „Man kann ihm täglich beim Wachsen zu sehen, jeden Tag ist es ein paar Zentimeter größer,“ erzählt Romeo Mildner, Revierleiter im Vogelrevier. Innerhalb einer Woche verdoppeltes es sein Geburtsgewicht. Ein notwendiges Wachstum, denn in ihrer Herkunftsregion der Mandschurei sind die Sommer kurz und das Jungtier muss schnell flugfähig sein, um zum Herbstende ins Winterquartier fliegen zu können.
Die Geschlechter der Nachzuchten werden erst mit einer DNA-Probe ermittelt. Äußerlich kann man Weibchen und Männchen nur bei den Schneeeulen unterscheiden, dort sind die Weibchen größer und haben mehr dunkle Flecken als die Männchen.


