ab 10 Uhr geöffnetAm Haag 20, 02977 HoyerswerdaTel.: + (0) 3571 20937700
Das Bild zeigt zwei Mitarbeiter des Zoo Hoyerswerda beim Vermessen eines Leguanes.

Inventur im Zoo Hoyerswerda

Hoyerswerda, den 21. Januar 2026. Im Zoo Hoyerswerda leben derzeit 1.107 Individuen in 122 Arten. Das hat die diesjährige Inventur ergeben, bei der die Mitarbeitenden in den vergangenen Wochen alle Zoobewohner unter die Lupe genommen und statistisch erfasst haben. Dabei wird auch gemessen, gewogen und der Gesundheitszustand der tierischen Bewohner überprüft.

Für Fidschileguane, Laubfrösche und Co. hieß es heute: Strecken und still halten. Denn im Rahmen der jährlichen tierischen Inventur im Zoo Hoyerswerda wurde Maß angelegt. Das Ergebnis: Die beiden Echsen sind inklusive ihrer arttypischen Schwänze 69 (Männchen) und 64 (Weibchen) Zentimeter lang. „Alles in der Norm für adulte Tiere.“, bestätigt der Zoologische Leiter Eugène Bruins die Maße. Die beiden Galápagos-Riesenschildkröten Bert und Jolante, mit 62 und 66 Jahren auch die ältesten Tiere im Zoo Hoyerswerda, mussten zur Gewichtsprüfung. Bert brachte 126 kg auf die Wage und seine Partnerin Jolante 86,6 kg. „Gut, ich bin zufrieden.“, deutet Eugène Bruins die Kilos. Das Pärchen Riesenschildkröten gehört zu den wertvollsten Tiere im Zoo. Sie sind das einzige artreine Paar in Europa. Die wohl schwersten Bewohner des Zoo Hoyerswerda sind die Trampeltiere, zu den kleinsten gehören die Zwergmäuse bei den Säugetieren und die Garnelen bei den Fischen.

Im Vergleich zum Jahr 2024 haben die Arten leicht zugenommen und 20 Individuen weniger leben jetzt im Zoo Hoyerswerda. „Die Rückkehr der Alpakas und Steinadler sind mit zwei Gründe warum sich die Anzahl der Arten um sechs erhöht hat. Aber auch ein neuer Fischbesatz im Aquarium erweitert die Artenvielfalt im Tropenhaus.“, erklärt Eugène Bruins.

Erfolgreiche Nachzucht hatten die Erdmännchen mit zwei Würfen zu je drei Jungtieren. Damit ist die Gruppe jetzt auf dreizehn Tiere herangewachsen. Alpakafohlen Thor sorgte bei einem Gewitter für eine besondere Überraschung, denn seine Mutter kam unerwartet trächtig in den Zoo Hoyerswerda. Weiteren Nachwuchs gab es unter anderem bei den Springtamarinen mit zwei Würfen und zwei Jungtieren. Die Familie der Kaiserschnurrbarttamarine ist mit insgesamt vier Jungtieren in zwei Würfen jetzt zehn Mitglieder stark. Die Baumstachler (der Zoo Hoyerswerda ist einer der wenigen kontinuierlichen erfolgreichen Züchter in Europa) und Südlichen Kugelgürteltiere haben wieder erfolgreich je ein Jungtier großgezogen. Das Baumstachler-Mädchen bleibt im Zoo Hoyerswerda und das Gürteltierchen wird demnächst nach England umziehen. Auch bei den Felsenhörnchen gab es wieder einige Jungtiere. Zwei Zicklein gab es bei den Steinböcken. Ein Steinkauz-Küken konnte wieder an ein Auswilderungsprojekt in Nuthe-Nieplitz abgeben werden. Viele Küken gab es dieses Jahr bei die Hühnern, vor allem bei den bedrohten Deutsche Zwerglachshühnern. Die Silberfasane zogen ein Jungtier auf und die Singschwäne zum ersten Mal zwei. Mittlerweile leben beide Jungvögel im Vogelpark Marlow.

Ein neues Zuchtpaar Hyazintharas kam aus dem Zoo Wuppertal. Das Pärchen, Mateo und Ruby, hat bereits erfolgreich Jungtiere aufgezogen. Hier im Zoo haben sie jetzt ganz aktuell ein Ei in ihrer Bruthöhle. Im Adlergehege leben nach dem Tod von Dame Tschari wieder ein Pärchen der bedrohten mongolischen Unterart. Im künftigen Asienbereich werden die neuen Alpakas (drei Tiere) und Nandus (drei Tiere) auf einer Südamerika Pampa leben, sind aber jetzt schon Bewohner des Zoo Hoyerswerda. Emu Holy ist die neue WG-Mitbewohnerin der Bennett-Kängurus.

In 2025 betrauerte der Zoo Hoyerswerda den Verlust von Emu Hilde, einem Ouessantschaf und zwei Totenkopfaffen. Alle vier haben für ihre Art ein hohes Alter erreicht. Von einem Weißschwanzstachelschein, dem Baumstachler-Männchen, einem Chinchilla und zwei Pátzcuaro-Querzahnmolch musste sich der Zoo ebenfalls verabschieden. An Herzkreislaufversagen verstarb ein Brillenpinguin.

Abgänge
Hyazinthara Rambo ist nach Aralandia im Zoo Wuppertal gezogen. Die zwei junge Servale aus 2024 sind an einen Zoo in Polen abgegeben worden. Ein Erdmännchen ist jetzt die neue Königin in Wildlands Zoo in den Niederlanden. Ein junger Stirnbasilisk lebt jetzt im Senckenberg Museum in Görlitz. Kaum zu sehen im Tropenhaus des Zoos waren die Nicaragua-Schmuckschildkröten, hinter den Krokodilen, sie leben jetzt im Vogelpark Niendorf.

Neuigkeiten
Im Oktober konnte mit der Bau des neuen Wirtschaftshofes angefangen werden. Dieses Vorhaben wird im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG) durch die Bundesrepublik Deutschland und den Freistaat Sachsen gefördert. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Ein neuer Emu-Stall entstand in Eigenleistung. Das Becken der Fischotter wurde dank der Unterstützung des Vereins der Zoofreunde Hoyerswerda e.V. saniert. Dank des Vereins erhielten die Bären auch eine neue Höhle im Stall, die sie derzeit auch für ihre Winterruhe nutzen.

Ausblick auf 2026: Das Jahr 2026 wird weiter geprägt durch den Bau des neuen Wirtschaftshofes.

Zusammenfassende Tabelle:

 202520242023202520242023
 ArtenArtenArtenTiereTiereTiere
Wirbellose131211363372293
Fische282528414446624
Amphibien333201926
Reptilien181818404342
Vögel252426757284
Säugetiere353435195175182
Total1221161211110711271251