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Zoo Hoyerswerda trauert um Pinguine

Hoyerswerda, den 9. September 2021. Der Zoo Hoyerswerda betrauert den Verlust von vier Humboldt-Pinguinen. Seit dem 18. August verstarben die Vögel plötzlich und unerwartet innerhalb kurzer Abständen nach einander. Nur einer der Pinguine zeigte erkennbare Anzeichen von Schwäche und Appetitlosigkeit und wurde sofort medizinisch behandelt. Vorsorglich wurde nach dem ersten Todesfall die gesamte Pinguingruppe mit Fungizid und Antibiotika behandelt.

Um die Todesursache zu klären, wurden drei Pinguine sofort an die Landesuntersuchungsanstalt in Dresden geschickt. Während bei einem Pinguin eine bakterielle Infektion und bei einem anderen Pinguin eine Pilzinfektion als Todesursache diagnostiziert wurde, konnte beim dritten Pinguin auch nach der Obduktion keine eindeutige Ursache festgestellt werden. Auch der vierte Pinguin wird nun schnellstmöglich zur Ursachenbestimmung obduziert.

Die verbleibenden fünf Pinguine zeigen äußerlich keinerlei Anzeichen einer Infektion. Sie werden engmaschig durch Tierpflege und Tierarzt überwacht und bekommen weiterhin Fungizid und Antibiotika verabreicht. Die Pinguine befinden sich derzeit in der Mauser, einer Phase, in welcher sie durch den natürlichen Federwechsel geschwächt und daher besonders anfällig für Infektionen sind. Um eine Verbreitung der Bakterien, welche bei einem Pinguin festgestellt wurden, zu vermeiden, wurde das Wasser im Pinguinbecken chloriert. Zudem wurden an verschiedenen Stellen der Pinguinanlage Proben entnommen, die derzeit noch auf Bakterienbefall untersucht werden.

In 2018 war die frühere Gruppe der Humboldt-Pinguine völlig überraschend an einer Pilzinfektion gestorben. Damals beratschlagte sich der Zoo Hoyerswerda mit Forschungsinstituten und anderen Zoos zur Ursache des plötzlichen Pinguinsterbens und plante umfangreiche Baumaßnahmen, um die Haltung der Pinguine noch besser zu gestalten. In der 2020 fertiggestellten neuen Pinguinanlage wird nun mit einer modernen Erdwärmesonde das Beckenwasser im Sommer gekühlt und im Winter erwärmt und zusätzlich über eine UV-Filtrierung und durch Sand- und Ozonfilter regelmäßig gereinigt. Das Becken wurde etwas flacher gestaltet, um zusätzlich zur Reinigung noch öfter einen gesamten Wasserwechsel durchführen zu können. Zusätzlich übernimmt die Umwälzung der 36.000 Liter Wasser eine Gegenstromanlage. Drei große Sonnensegel sorgen für genügend Schattenplätze. Verschiedene Bodensorten bieten den richtigen Untergrund und verhindern Pfützenbildung, in denen sich Bakterien oder Pilze sammeln könnten. Bruthöhlen und Winterquartier sind für eine hygienische Reinigung nochmals beschichtet worden und eine verbesserte Luftzirkulation in den Bruthöhlen verhindert Staunässe. Auch ein erhöhter Beckenrand und ein einseitiger Ausstieg aus dem Wasserbecken sorgen dafür, dass das Gefieder der Pinguine auf dem Weg zu ihren Bruthöhlen trocknen kann.